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Naturkunde

Wie alt ist Mutter Erde? Wie viele Sterne stehen am Firmament? Fossilien von Fischsauriern, Haien und Mammuts entführen in eine Zeit vor Jahrmillionen. Mit Computerspielen, Modellen, Videos und Versuchsstationen kann man hier selbst experimentieren. Täuschend echt nachgebildete Lebensräume führen die oberschwäbische Tierwelt vor Augen. Eine faszinierende Entdeckungsreise für Kinder und Erwachsene.


 

Archäologie

Große Teile der Sammlung gehen auf den Biberacher Zahnarzt und Archäologie-Pionier Heinrich Forschner (1880-1959) zurück. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Denkmalschutzes entdeckte Forschner die Waffen und Werkzeuge steinzeitlicher Rentierjäger, die Siedlungs- und Nahrungsreste bronzezeitlicher Pfahlbaufischer oder die kostbaren Grabbeigaben der Alamannen. In der Ausstellung zeichnen großflächige Illustrationen, Modelle und Animationen die Besiedlung Oberschwabens bis in die Zeit der Kelten, Römer und Alamannen nach.

 

Seit 2011 zählen 111 "Prähistorische Pfahlbauten" in sechs Staaten zum UNESCO-Welterbe. 15 Stationen liegen am Bodensee, am Federsee und an oberschwäbischen Kleinseen. Die archäologische Abteilung im Museum Biberach zeigt mit der jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung am Schreckensee und der bronzezeitlichen "Siedlung Forschner" gleich zwei Welterbe-Stationen.

Homepage Unesco Weltkulturerbe Pfahlbauten

Broschüre Unesco Welterbe

 

Geschichte

Gotische, barocke und biedermeierliche Kunstwerke, eine Gerberwerkstatt, kunstvolle Tragantwaren und das älteste Blechspielzeug Württembergs illustrieren 800 Jahre Stadtleben. Die Ausstellung berichtet von den Kämpfen des Mittelalters, von Religion und Pest im 30-jährigen Krieg, von dem berüchtigten Räuberhauptmann Schwarzer Veri, von Hunger und dem goldenen Boden des Handwerks und zeigt sogar die feuchten Ecken einer Stadt, wo die Gerber ihre Häute aus der Riss zogen. Im 19. Jahrhundert steht die gewerbliche Entwicklung unter dem Vorzeichen von Kunst und Kunsthandwerk. Das 20. Jahrhundert schwankt zwischen Aufschwung und Krieg. Das „Dritte Reich“ macht auch vor Biberach nicht Halt.

 

Weberei

Biberach ist eine alte Weberstadt, die seit dem Mittelalter zur oberdeutschen Leinenregion zählt. Im 14. Jahrhundert stellt sich diese Region unter der Führung von Ulm und Augsburg auf die Barchentweberei um. Barchent war ein Mischgewebe aus einheimischem Leinen und importierter Baumwolle. Dieses Tuch war wärmer und farbenfroher als herkömmlicher Leinen und wurde zu einem begehrten Handelsartikel.

Auch Biberach verdankt dem Barchent im 15. und 16. Jahrhundert seinen Wohlstand. Große Handelsgesellschaften lieferten ihn nach Antwerpen oder Lyon.
Die Ausstellung zeigt, wie mühevoll und zugleich kunstvoll die Handweberei gewesen ist. Zentrale Ausstellungsstücke sind zwei Landwebstühle, an denen jeden Sonntagnachmittag gewebt wird. Schauen Sie herein und lassen Sie sich von unseren Weberinnen dieses alte Handwerk vorführen.

Selbstgewebte Tischsets sind im Museumsshop erhältlich.

Schauweben an jedem Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung. Rufen Sie uns an: 07351 51-331

 

Kunst 17. bis 19. Jahrhundert

Biberach – eine Stadt der Künste. Erstaunlich ist die lange Reihe bedeutender Biberacher Künstler. Zu den ganz Großen zählt Johann Melchior Dinglinger (1664-1731), der Goldschmied des Deutschen Barock, der am Dresdener Hof Augusts des Starken weltberühmte Preziosen schuf. In Biberach ist er mit seinem juwelenbesetzten Blumenkorb zu sehen. Die Gemälde von Johann Heinrich Schönfeld (1609-1684) gehören zu den Hauptwerken des süddeutschen Barock. Bezaubernd die Erzählfreude des Genremalers Johann Baptist Pflug (1785-1866).

 

Kunst 20. Jahrhundert

Spät aber eindrucksvoll erobert sich die Moderne in Biberach ihren Platz. Heinz H. Engler (1928-1986) wird mit dem stapelbaren Geschirr "Bauscher B 1100" zu einem der erfolgreichsten Designer Deutschlands. Die eigenwillige Zeichnerin Romane Holderried Kaesdorf (1922-2007) entwickelt unverwechselbare Bilderfindungen. Eine Reihe junger Künstler setzt die bildnerische Tradition der Stadt fort.

 

Ernst Ludwig Kirchner

Glücklichen Umständen ist es zu danken, dass der Bruder des wichtigsten deutschen Expressionisten in Biberach lebte. So sind zahlreiche Werke von Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) ins Biberacher Museum gelangt.
Zeitlebens arbeitete Kirchner in einer ganzen Bandbreite künstlerischer Techniken. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst Holzschnitte, Radierungen, Aquarelle, Lithografien, Zeichnungen und Ölgemälde. „Es kommt nicht darauf an, wie weit man in seiner Arbeit an der Natur ist, es kommt nur darauf an, dass alles mit echtem Gefühl gemacht ist.“ E.L. Kirchner, Davos 1926

 

 

Malerateliers

Die historischen Ateliers der Münchner Tiermaler Anton Braith (1836-1905) und Christian Mali (1832-1906) sind eine Besonderheit. Den altdeutschen Salons verdankt das Biberacher Museum den älteren Namen Braith-Mali-Museum. Die Ateliers wurden im Jahr 1906 von München nach Biberach überführt. Sie sind heute die einzigen vollständig erhaltenen Künstlerateliers des 19. Jahrhunderts und ein Kulturdenkmal ersten Ranges. Der Vergleich dieser Kunstsalons mit dem 2002 ins Museum eingebauten Atelier des Biberacher Malers Jakob Bräckle (1897-1987) führt die Veränderung künstlerischen Selbstverständnisses unmittelbar vor Augen.

 

Informationsflyer in Englisch