Museum Biberach

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1968

1968
12.05.2018 bis 14.10.2018
Braith-Mali-Museum
Museumstraße 6
88400 Biberach an der Riß
Telefon:  07351 51-331
Fax:  07351 51-85331
museum@biberach-riss.de
www.museum-biberach.de
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Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Das Jahr 1968 gilt als Symbol für eine Zeit des Umbruchs und der Erneuerung. Revolten ereignen sich überall auf der Welt, in Berlin, Frankfurt, München und Hamburg, in Paris, Prag und in den USA – aber in Biberach? Oder in Ravensburg, Friedrichshafen und Lindau?

Es ist bis heute fast unbekannt und wissenschaftlich kaum aufgearbeitet, dass sich der Unmut der Jugend auch in der Provinz artikuliert. Auch im kleinstädtisch geprägten Oberschwaben entstehen im Frühjahr 1968 Gruppierungen der Außerparlamentarischen Opposition (APO), wie man sie sonst in den Universitätsstädten Ulm, Konstanz, Tübingen oder Stuttgart wiederfindet. Natürlich sind diese Gruppierungen in der Provinz überschaubar, aber sie erzeugen eine Dynamik, die auch die Welt im Kleinen verändert.

Das Museum Biberach zeigt in der aufwendig inszenierten Ausstellung "1968", wie in Biberach die etablierte Stadtgesellschaft in einer Welle harter Konflikte von einer kleinen Gruppe aus Studenten und Gymnasiasten – die Biberacher APO – herausgefordert wird.

Die Ausstellung präsentiert originales Bild- und Filmmaterial. Die Kunst und die Mode von 1968 sind zu sehen, und die Musik ist zu hören. Welche Beatbands spielen in Biberach? Von wann an trägt man Jeans? Was ist ein Teach-In? Welche Demonstrationen gibt es?

(Für Großansicht Bild anklicken)

 

Am 22. April 1968 spricht Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger im Landtagswahlkampf auf dem Biberacher Marktplatz. Tausende Menschen sind versammelt. Auch die Biberacher APO ist dabei. Der Kanzler wird von den Demonstranten überrascht. Auf Sprechchöre reagiert er gereizt.

Die APO singt: "Maikäfer, flieg, in Vietnam ist Krieg, Frauen und Kinder brennen, die Deutschen aber pennen mit der CDU." Kiesinger antwortet: "So, nun habe ich genug. Ich bitte die Störer … vom Platz zu entfernen … ohne Gewalt auszuüben."

Daraufhin reißen aufgebrachte Bürger die Transparente und Vietnamkreuze der APO nieder. Die Demonstranten werden geschlagen und getreten. In der Ausstellung sind Großfotos der Veranstaltung und das Filmmaterial der ARD zu sehen, ein faszinierendes Zeitdokument.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitbuch von Museumsleiter Frank Brunecker. Es ist die leitende Hypothese dieser Untersuchung, dass es in den 1960er Jahren auch im scheinbar friedlichen Oberschwaben allenthalben brodelt und rumort.

In Biberach genügt das Zusammentreffen einiger weniger biografischer Zufälle, um für eine Serie nie dagewesener Skandale zu sorgen: die Aufregung um den Heine-Kabarettabend, der Krawall bei der Jungbürgerfeier, die Provokationen der Schülerzeitung "Venceremos" und die finale Abrechnung im "Venceremos"-Prozess vor dem Amtsgericht.

Die Biberacher Eruptionen zeigen, dass eine soziale Bewegung – und darum handelt es sich bei diesem Generationenkonflikt der 1960er Jahre – an ländlichen Regionen nicht vorübergeht.

Dabei sind die Aktivisten der Biberacher APO eine kleine politisierte Minderheit. Das sind in Biberach etwa zwei bis drei Dutzend Personen. Zugleich sind da die vielen anderen der zwischen 1940 und 1950 Geborenen. Sie sind die Vertreter einer neuen Jugend und die eigentlichen Träger der umfassenden Veränderung des Lebensstils, der Einstellungen und Haltungen.

Vor 50 Jahren war Biberach noch eng und streng. 1968 begehrt die Jugend dagegen auf. Die Konflikte sind ebenso plötzlich wie heftig. Sind sie auch heilsam? Wie ist die Bilanz der 68er in Biberach? Brauchen Übergangszeitalter Utopien? Geben die Auseinandersetzungen von damals Antworten für uns heute? Auch zu solchen weitergehenden Fragen will die Ausstellung in Aktionen und Kooperationen Anregungen geben.

Die Ausstellung "1968" wird am Freitag, den 11. Mai 2018 um 19.30 Uhr im Museum Biberach eröffnet. Es sprechen Baubürgermeister Christian Kuhlmann und Museumsleiter Frank Brunecker. Michael Moravek begleitet den Abend auf der E-Gitarre.

Führungen und Veranstaltungen donnerstags um 18.00 Uhr sowie sonntags um 11.15 Uhr.

Flyer Führungstermine Ausstellung 1968 (PDF, 106 kB)

 


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