21.11.2019

»Der Ausstellungsbesucher« nun im Besitz des Museums

Das Museum ist dank einer großzügigen Spende der Vollmer-Stiftung nun im Besitz eines weiteren kostbaren Gemäldes von Jakob Bräckle. Bei einer kleinen Feierstunde mit Stifterin Sieglinde Vollmer und Stefan Brand, dem Geschäftsführer der Vollmer-Werke, wurde das Gemälde „Der Ausstellungsbesucher“ übergeben.

„Wir haben uns an unser 100jähriges Bestehen und das Versprechen erinnert, uns für das tolle Engagement des Museums zur Vollmer-Ausstellung vor zehn Jahren erkenntlich zu zeigen“, erklärte Stefan Brand die Ausgangslage. Die 2013 von Sieglinde Vollmer gegründete gleichnamige Stiftung habe zum Ziel, kulturelle, soziale Organisationen in der Stadt Biberach und die Förderung der künstlerischen und beruflichen Ausbildung von Jugendlichen sowie Studierenden der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften zu unterstützen. 2018, und damit fünf Jahre früher als geplant, sei der Kapitaldienst der Stiftung abgeschlossen worden und man könne nun das Versprechen einlösen.

Er habe einen Schreck bekommen, als Dr. Brand ihm telefonisch mitgeteilt habe, dass der Förderkreis Museum Biberach 10 000 Euro mit der Auflage erhält, dafür dem Museum ein passendes Kunstwerk zu ermöglichen, erinnerte sich Museumsleiter Frank Brunecker. Gleich nach dem Anruf habe er „mit noch bebenden Händen“ den Vereinsvorsitzenden Herbert Stein von der frohen Botschaft informiert. Vorstand und Museum seien rasch einig geworden, so Stein, dass etwas Besonderes mit der Spende geschehen soll. Im Lichte der jüngsten und mit fast 10 000 Besuchern sehr erfolgreichen Bräckle-Ausstellung habe man sich an die Bräckle-Tochter Gudrun Martin gewandt. Als ein „Entgegenkommen unter Biberachern“ bezeichnete Brunecker den Fakt, dass eines der Hauptwerke von Bräckle von der Familie just für die zur Verfügung stehende Summe dem Museum übereignet wurde.

„Das Gemälde steht nicht nur am Beginn einer nachhaltigen Stilveränderung im Oeuvre Jakob Bräckles, es ist auch von stadtgeschichtlicher Bedeutung“, sagt Museumsleiter Frank Brunecker. 1952 erschaffen, markiere es den Beginn seines Stilwechsels hin zur mehr abstrakten Malerei. In jenem Jahr habe das Biberacher Volksbildungswerk (heute vhs) zusammen mit dem Biberacher Architekten Hugo Häring die „Ausstellung moderner Bildwerke“ im Pestalozzi-Haus organisiert, in der Werke von berühmten Malern wie Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Kasimir Malewitsch mit denen oberschwäbischer Maler und Bildhauer konfrontiert worden seien, darunter auch Jakob Bräckle. „Hier wurde zum ersten Mal moderne Kunst in Biberach ausgestellt und kontrovers diskutiert“, begründet Brunecker die stadtgeschichtliche Bedeutung. Wenig später habe Jakob Bräckle die Erfahrungen mit dieser Ausstellung in dem eindrücklichen Bild „Der Ausstellungsbesucher“ verarbeitet.

Rundum freudige Gesichter (v.l.) Kulturdezernent Jörg Riedlbauer, Sieglinde Vollmer, Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Herbert Stein, Gudrun Martin und Frank Brunecker. Musuem erhält Bräckle-Gemälde »Der_Ausstellungsbesucher« gespendet.