05.07.2018

Umgestaltung des Alten Postplatzes und des Saumarktes ist fertig

Rund 100 Bürger waren am 28. Juni dabei, als mit der offiziellen Übergabe des Alten Postplatzes und des Saumarktes eine wichtige innerstädtische Baumaßnahme im Altstadtbereich abgeschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,17 Mio. Euro.
MdL Thomas Dörflinger, Oberbürgermeister Norbert Zeidler und Baubürgermeister Christian Kuhlmann erfreuen sich sichtlich an dem Wasserspiel auf dem Alten Postplatz.

Bei der Übergabe sagte Baubürgermeister Christian Kuhlmann, nach deutlicher Verzögerung sei nun auch Bauabschnitt zwei fertig. Anlass der Umgestaltung sei das Sanierungsgebiet gewesen, in dem öffentliche Mittel von Bund und Land für die Sanierung von Privathäusern und die Neugestaltung des öffentlichen Raums genutzt werden konnten.

Um zu Lösungsvorschlägen für eine Umgestaltung zu kommen, hatte man drei Planungsbüros beauftragt. Im Sommer 2013 definierte der Gemeinderat die Rahmenbedingungen für die Planung mit dem Ziel: Die Anzahl der Parkplätze sollte möglichst erhalten bleiben. Im Frühjahr 2014 wurde dann per Beschluss des Gemeinderates eine Reduzierung um maximal zehn Prozent der bestehenden Stellplätze als Zielvorgabe formuliert. Von den drei diskutierten Vorentwürfen entscheidet sich der Gemeinderat im Mai 2014 mehrheitlich für den Lösungsvorschlag von Faktor Grün, und zwar abweichend vom Lösungsvorschlag, den die eingebundenen Anlieger favorisierten und vom Votum des eingeschalteten Fachbeirates. Als Planungsvorgabe gilt unter anderem die Realisierung von 89 Parkplätzen im Bereich Saumarkt und Alter Postplatz gegenüber dem Bestand von 97. Damit wird auf acht Parkplätze verzichtet.

Im Frühjahr 2016 wird der Bauauftrag vergeben, verknüpft mit der Zielvorgabe, die Fahrbahn- und Stellplatzflächen im Bereich Alter Postplatz in Asphalt auszuführen. Die Entscheidung, auch die Parkplatzflächen in Asphalt zu gestalten, wurde damals von der Verwaltung abgelehnt, die Mehrheit im Gemeinderat stimmte zu.

Man habe doch einiges erreicht, freute sich Christian Kuhlmann bei der Übergabe. Auf dem Saumarkt empfänden die meisten Bürger eine deutliche Qualitätsverbesserung durch das einheitliche Pflaster und die Neugestaltung des Bereichs vor der Bäckerei Grün. Auf dem Alten Postplatz wird eine ehemals große Asphaltfläche gegliedert. Die Parkplätze sind neu geordnet. Und es entsteht eine wichtige, neue Fläche vor dem Eingang des Amtsgerichtes: mit einem Baum, dem sogenannten Hamburger Arbeiter und Sitzmöglichkeiten.

„Wir erreichen eine durchgehende Barrierefreiheit und hochwertig mit Granitstein gepflasterte Fußgängerflächen, in den meisten Fällen breiter als zuvor“, sagte Kuhlmann. Außerdem erfahre der Klostergarten eine entscheidende Aufwertung und werde als Spiel- und Ruhezone gestaltet. Kuhlmann: „Hier ist mir die Anmerkung wichtig, dass das Land Baden-Württemberg seine Flächen für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellt. Ein Fakt, der rechtlich mit Blick auf die Städtebauförderung extrem schwierig zu lösen war.“

Im neuen Klostergarten gibt es ein bei Nacht illuminiertes, neues Fontänenfeld. Das erste in Biberach. Und von den OEW erhalte man eine Elektroladestation für E-Fahrzeuge.

Kuhlmanns Fazit: Die Bürgerschaft habe einen weiteren wichtigen Freiraum zurückgewonnen. „Mit Klostergarten, Platz vor dem alten Amtsgericht, Freibereichen vor den Häusern verbuchen wir damit einen weiteren Gewinn an Freiraumqualität“, betont er. „Auch wenn bei einem Verzicht auf weitere Parkplätze und weniger Asphalt mehr möglich gewesen wäre, bin ich mit diesem Ergebnis demokratischer Abstimmung zufrieden.“

Baubürgermeister Kuhlmann dankte dem Land für die Zuwendung von 740 000 Euro im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“; dem Gemeinderat, der nach schwierigen, kontroversen Diskussionen die Entscheidung zur Umgestaltung getroffen und an diesem Ort circa 1,44 Mio. Euro investiert hat. Insgesamt wurden 2,17 Mio. Euro verbaut. „Wir freuen uns über einen weiteren Baustein zur Aufwertung der Altstadt“, sagte Christian Kuhlmann abschließend.

MdL Dörflinger griff die Brunnendebatte auf und meinte „Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters, bei allem, und dies gilt auch für Architektur“. Wenn er den gesamten Platz betrachte, sei für ihn eine deutliche Verbesserung erreicht worden. Dörflinger lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Stadt und meinte, Biberach sei eine wohlhabende Stadt, auch deshalb, weil die Verantwortlichen wüssten, wo es etwas zu holen gibt. Im konkreten Fall waren dies die Förderungen aus der Stadtsanierung und dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, aus denen Biberach sehr gut bedient worden sei. Was noch fehlt, sind ein paar Kieselsteine, die demnächst geliefert werden sollen und die so groß sind, dass man draufsitzen oder sie zum Klettern nutzen kann.