27.07.2020

Schützen 2020: Die Marschroute war richtig

Die Schützentage sind vorüber und die Stadt zieht mit allen Beteiligten ein insgesamt positives Fazit.

„Schützenfeeling ja – Corona-Hotspot nein!“, unter diese Prämisse hatte die Biberacher Stadtverwaltung die diesjährigen Schützentage gestellt. „Ich bin erleichtert und dankbar, dass unser Konzept aufgegangen ist“, erklärt Oberbürgermeister Norbert Zeidler am Montag nach Schützen.

„Die Marschroute war richtig. Letztlich ist unser Appell, Schütza dahoim oder im Wirtshaus zu feiern, sehr gut angenommen worden und die Menschen haben erkannt, wie wichtig es ist, sich zurückzuhalten. Es war der richtige Weg, auf die Eigenverantwortlichkeit unserer Bürgerinnen und Bürger zu setzen.“, so der Oberbürgermeister weiter.

Der Erfolg der zurückliegenden Tage sei aber auch zu einem großen Teil der Umsicht der örtlichen Gastronomie und der freien Musikgruppen zu verdanken. Mit diesen hatten im Vorfeld Gespräche stattgefunden, um Corona-verträgliche Lösungen zu finden. Die Gastronomie verzichtete auf einen Straßenverkauf und Musikgruppen waren vorzugsweise bei privaten Ständchen anzutreffen. Im Stadtgebiet tauchten immer wieder Gruppen für ein kurzes Ständchen auf, die rasch den Ort wechselten, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Dass am Wochenende das Besucheraufkommen in der Innenstadt höher werde, habe man vermutet und diese Annahme habe sich bestätigt. Allerdings hätten Treffen überwiegend junger Menschen im Bereich Saudengasse/Wielandpark schon die Wochen zuvor stattgefunden und seien nicht auf Schützen zurückzuführen. In der Nacht von Freitag auf Samstag war die Polizei in diesem Bereich mit mehreren Streifen im Einsatz, es wurden Personalien aufgenommen und in mehreren Fällen werden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

„Mit unserem KOD werden wir die Situation in diesem Bereich auch nach Schützen weiter beobachten und bei Bedarf die Polizei um Unterstützung bitten, denn die Versammlungsbeschränkungen gilt es natürlich auch nach Schützen einzuhalten“, erklärt Zeidler. Vermutlich aufgrund der hohen Polizeipräsenz im Bereich rund um die Saudengasse und das Landratsamt sei das Besucheraufkommen im Bereich Consulentengasse am zweiten Wochenende höher gewesen. „Hier ist ein klassischer Verdrängungseffekt eingetreten“, resümiert der OB.

Glücklich sei er auch mit Blick auf die Tatsache, dass das Deutsche Rote Kreuz in diesem Jahr zu so gut wie keinen schützenbedingten Einsätzen ausrücken musste.

Auch wenn Schützen nicht wie gewohnt stattfinden konnte, hatten sich viele die Frage gestellt, wie diese zehn Tage ablaufen würden. Die Schützendirektion hatte im Schulterschluss mit der Stadt für „Schütza dahoim“ geworben und ein tolles Online-Programm auf die Beine gestellt, um trotz des Corona-bedingten Festausfalls etwas Schützenfeeling zu ermöglichen.

Es gab die Heimatstunde als Hörspiel, samt OB-Ansprache im Video, der Nachwächter sang sein Stundenlied und man konnte zum jeweiligen Schützentag Ausschnitte der Umzüge, vom Veri-Fest und auch dem Tanz auf dem Markt sowie dem Tanz durch die Jahrhunderte sehen, um nur einiges zu nennen. „Es ist großartig, was da auf die Beine gestellt wurde“, zeigt sich OB Zeidler dankbar für dieses Engagement der Stiftung Schützendirektion mit ihren Vorsitzenden Rainer Fuchs und Guido Mebold sowie dem Verantwortlichen für das digitale Programm, Florian Ihler.

Als ein Highlight bezeichnet Zeidler die Aktion Schützenstelen auf dem Gigelberg. „Viele pilgerten wie gewohnt an Schützen auf den Berg und flanierten staunend durch das Stelenfeld, das die ungemeine Vielfalt des Schützenfestes und die Liebe der Biberacherinnen und Biberacher zu ihrem Fest in all seinen Facetten dokumentiert“, so der Oberbürgermeister. Flankiert von privaten Festen mit Nachbarn und Freunden sowie Besuchen in Biergärten und Lokalen sei die Biberacher Schützenseele so trotz allem auf ihre Kosten gekommen.

Es sei ihm ein großes Anliegen, den vielen unterschiedlichen Akteuren zu danken, die im Hintergrund eifrig an einem guten Verlauf dieser außergewöhnlichen Schützentage gearbeitet hätten. „Die Organisation dieser Tage war eine starke Mannschaftsleistung. Polizei und DRK, aber auch die Teams unseres städtischen Ordnungsamtes, des Baubetriebsamtes sowie der Pressestelle haben mit enorm hohem Einsatz zum Gelingen beigetragen. Dafür gilt Ihnen mein herzlicher Dank!“