23.07.2018

Brückenneubau erfordert zwei Vollsperrungen

Verkehrsteilnehmern stehen in Biberach widrige Zeiten bevor. Erst werden durch die Belagssanierung von Königsbergallee und Memminger Straße stark frequentierte Strecken vom 26. Juli bis 26. September zeitweise gesperrt, dann geht vom 8. Oktober an am Eselsberg auf der Brücke über die Gleise der Bahn drei Wochen gar nichts mehr, danach ist die alte Brücke bis Mitte Mai 2019 nur halbseitig befahrbar, bevor bis August 2019 wieder eine Vollsperrung kommt. In dieser Zeit wird die alte Brücke abgerissen und die daneben neu gebaute an die Straße angebunden. Das neue Brückenbauwerk ist wegen der Elektrifizierung der Südbahn notwendig.
Die Tage der Eselsbergbrücke sind gezählt. Ab dem 8. Oktober geht auf der Brücke zunächst einmal nichts mehr; danach ist sie zeitweise wieder halbseitig befahrbar, bevor sie im August 2019 abgerissen wird.

Es hätte noch schlimmer kommen können. Nämlich Sperrung der Memminger Straße und Brücke am Eselsberg gleichzeitig – ein Szenario, das man sich nicht vorstellen will. Bis Anfang Juni hat man bei der Verwaltung darauf vertraut, dass die alte Brücke noch halbseitig benutzbar ist, wenn die Bahn mit den Baumaßnahmen für den neuen Überweg beginnt. Das hätte Mitte August sein sollen. Die Baufirma hat dann darauf hingewiesen, dass die Maschine für das Einbringen von Stahlspundwänden und Arbeiten am Widerlager die ganze Straßenbreite benötigt, erklärt Tiefbauamtsleiter Peter Münsch, „ohne Vollsperrung ist das nicht zu schaffen“.

Baubürgermeister Christian Kuhlmann hat in Gesprächen mit der Bahn und der Baufirma immerhin erreicht, dass mit dem Brückenneubau später begonnen wird. Die neue Brücke wird übrigens zunächst 1,50 Meter über dem späteren Niveau sein, um den Bahnverkehr nicht zu beeinträchtigen und wird zu gegebener Zeit abgesenkt. In den ersten Augusttagen 2019 wird der Verkehr dann wieder normal über die Gleise fahren können.

Neun Monate Beeinträchtigung findet Friedrich Kolesch (CDU) schon kräftig, zumal am Eselsberg auch noch das größte Parkhaus der Stadt stehe. Er bat die Verwaltung, sicherzustellen, dass in dieser Zeit nicht noch weitere Baustellen dazukommen.

Beeinträchtigt ist natürlich auch der öffentliche Nahverkehr, für den es einen Lösungsvorschlag der Stadtwerke gibt, der die Bauabschnitte eins und drei betrifft, also während der Vollsperrung am Eselsberg. Haltestellen werden entweder verlegt oder können gar nicht angefahren werden, oder es ist nur eine einseitige Bedienung möglich wie etwa bei der Linie eins in Bachlangen und im Talfeld.

Die Linie zwei wird über die Vollmerstraße und Ehinger Straße zur Freiburger Straße geführt. In der Haberhäuslestraße werden Ersatzhaltestellen für die Freiburger Straße eingerichtet. Die Rückfahrt erfolgt über die Bleicherstraße zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Die Haltestellen Freiburger Straße/Bahnhof werden nicht bedient.

Bei der Linie fünf wird mit einer Verspätung von vier bis acht Minuten gerechnet. Teilweise kann diese Verspätung an der Endhaltestelle in Mettenberg ausgeglichen werden. In die andere Richtung von Mettenberg nach Rißegg werden Verspätungen am ZOB aufgefangen. Dort steht ein Ersatzbus, der fahrplanmäßig abfährt.

Man braucht kein Prophet zu sein, um für Biberach einen verkehrstechnisch heißen Sommer vorherzusagen. Zumal ja auch noch der Schienenersatzverkehr zu bewältigen ist, wenn es wegen der Elektrifizierung vom 10. September bis 22. Dezember zur ersten Totalsperrung der Bahnlinie zwischen Ulm und Laupheim West kommen wird.

Die Bahn hat für diesen Zeitraum den Schienenersatzverkehr bereits organisiert. Der Schienenersatzverkehr wird über zwei verschiedene Busverbindungen abgewickelt. Die Regionalbahnen werden stündlich von Laupheim West durch einen Busverkehr über Erbach nach Ulm zum Zentralen Omnibusbahnhof West ersetzt. Die Interregio-Express-Züge (IRE) werden halbstündlich durch Busse von Laupheim West über Laup heim Stadt über die B 30 zum Bahnhof Neu-Ulm ersetzt. Dort fährt im Überbrückungszeitraum der IRE nach Stuttgart ab.