Der Zensus 2022

Wie leben, wohnen und arbeiten die Menschen in Deutschland? Wie steht es um Wohnraum, Kitaplätze, Seniorenheime und Infrastruktur? Um den zukünftigen Investitionsbedarf planen zu können, wird 2022 wieder ein Zensus – auch bekannt als Volkszählung – durchgeführt.

Durch den bundesweiten Zensus können verlässliche Daten zur Bevölkerungszahl, zur Demographie (z.B. Alter, Geschlecht, Staatsbürgerschaft) und zur Wohnsituation (z.B. Wohnraumgröße, Leerstand, Eigentümerquote) erhoben werden.

Was ist der Zensus?

Der Zensus umfasst eine Bevölkerungszählung, die Erhebung sozio-demographischer Merkmale sowie eine Gebäude- und Wohnungszählung – mit Stichtag zum 15. Mai 2022.

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Weitere Erklärvideos zum Zensus gibt es auch mit arabischen (عربي), türkischen (türkçe), polnischen (polski) und russischen (pусский) Untertiteln oder in englischer Audiofassung in der Mediathek der Zensushomepage.

Nach derzeitiger Kalkulation wird der Zensus 2022 insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro kosten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich ab Ende 2023 vorliegen und auf www.zensus2022.de veröffentlicht.

 


Warum ist der Zensus wichtig?

Die Ergebnisse des Zensus dienen als Grundlage für politische Entscheidungen von Bund, Ländern und Kommunen. Konkret geht es um die Frage, wie und wo der Staat zukünftig investieren muss. Von den amtlichen Einwohnerzahlen hängt auch die Zuweisung von Finanzmitteln ab, die die Stadt Biberach für ihre Bürgerinnen und Bürger einsetzen kann. So wird zum Beispiel die Stimmenverteilung im Bundesrat, der Länderfinanzausgleich und die Vergabe von EU-Fördermitteln pro Kopf berechnet.

Für den Zensus werden in erster Linie Daten aus der öffentlichen Verwaltung, z.B. aus den Melderegistern, genutzt. Diese können jedoch fehlerbehaftet oder veraltet sein und werden durch die Befragungen im Rahmen des Zensus geprüft und ggf. korrigiert. Zudem werden weitere Merkmale erhoben, etwa zu Bildung und Beruf, die in den Registern nicht erfasst sind.

Wer führt den Zensus durch?

Die Erhebung wird von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gemeinsam durchgeführt und sorgen damit für eine termingerechte Durchführung unter Einhaltung der Qualitätsstandards.

Gemäß EU-Verordnung ist jeder Mitgliedstaat der Europäischen Union dazu verpflichtet, alle zehn Jahre aktuelle Bevölkerungszahlen festzustellen. Pandemiebedingt musste der zunächst für 2021 geplante Zensus in das Jahr 2022 verschoben werden.

Vor Ort koordiniert die Erhebungsstelle der Stadt Biberach die Befragung und übermittelt die Ergebnisse datenschutzkonform.

Erhebungsbeauftragte besuchen die in der Stichprobe ausgewählten Bürgerinnen und Bürger und erfassen ihre Daten in einem kurzen persönlichen Interview. Die Befragung wird dabei möglichst kontaktarm durchgeführt.

Alle Erhebungsbeauftragte müssen sich schriftlich auf die Wahrung des Statistikgeheimnisses und zur Geheimhaltung verpflichten. Ein spezieller Ausweis bestätigt zudem die Rechtmäßigkeit ihrer Arbeit.

Wer wird befragt?

Für den Zensus wird nur ein Teil der Bevölkerung durch eine Stichprobe nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und persönlich befragt (Haushaltsbefragung). Die Mehrheit der Bevölkerung muss somit keine Auskunft leisten. In Baden-Württemberg betrifft dies ca. 1,6 Millionen Personen. Ein Haushaltsmitglied kann dabei für alle anderen Personen des Haushalts Auskunft geben. Die betroffenen Haushalte erhalten per Post eine entsprechende Benachrichtigung mit weiteren Informationen.

In Wohnheimen (z.B. Studierendenwohnheimen) und Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Pflegeheime, Krankenhäuser, Flüchtlingsunterkünfte) findet eine Vollerhebung statt, da die Bewohnerinnen und Bewohner hier häufig wechseln. In Gemeinschaftsunterkünften übernimmt die Einrichtungsleitung stellvertretend die Auskunft.

Bei der Gebäude- und Wohnungszählung sind alle Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwalterinnen und Verwalter sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden und Wohnungen zu befragen. Die Erhebung erfolgt vorzugsweise online und wird direkt vom Statistische Landesamt Baden-Württemberg durchgeführt.


 

Welche Daten werden erhoben?

Bei der Haushaltebefragung werden Fragen zum Haushalt und den darin lebenden Personen (z. B. Namen, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit) gestellt. In einem zweiten Teil sind – vorzugsweise online – weitere Fragen, z. B. zur Schul- und Ausbildung und Erwerbstätigkeit beantwortet. Bei der Gebäude- und Wohnungszählung sind Fragen zur Immobilie, z. B. zu Baujahr, Größe, Ausstattung und Miete zu beantworten.

Musterfragebogen der Haushaltsbefragung

Für alle Personen, die für die Befragung im Rahmen des Zensus ausgewählt sind, besteht Auskunftspflicht. Die gewonnenen Daten werden ausschließlich für statistische Zwecke genutzt, Rückschlüsse auf einzelne Personen oder die Weitergabe von Daten an Dritte sind ausgeschlossen (sogenanntes Rückspielverbot).

Datenschutz und Informationssicherheit beim Zensus 2022 erfüllen die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Datenschutzerklärung der Zensus Erhebungsstelle 2022 [PDF: 64 kB]

Vereinbarung nach Artikel 26 DSGVO im Rahmen des Zensus 2022 [PDF: 1,3 MB]

Weitere Informationen

Bei Fragen rund um den Zensus steht Ihnen die Zensus Erhebungsstelle Biberach unter zensus@biberach-riss.de oder 07351/51-9035 gerne zur Verfügung.

Viele weitere Informationen zum Zensus inkl. einer FAQ-Liste finden Sie auf der Website der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter www.zensus2022.de.

Rechtliche Grundlagen für den Zensus sind das Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022 und das Gesetz zur Ausführung des Zensusgesetzes.