08.05.2019

Schillerhöhe: Holzzaun soll Steinewerfer abhalten

Der schönste Blick auf die Stadt ist wohl der vom Bänkle auf der Schillerhöhe. Jetzt ist dieser besondere Platz nicht mehr zugänglich, weil dahinter ein Holzzaun verläuft, der das Steine- und Flaschenwerfen hinunter zum Weberberg verhindern soll. Die Anwohner im Bereich des Weberbergs und der Wielandstraße berichten seit Jahren über Probleme mit Steine- und Flaschenwerfern. Der Bauausschuss stimmte den Maßnahmen einmütig zu.

„Es ist sehr bedauerlich, dass wir dieses Problem am Gigelberg immer noch haben, obwohl wir bereits 2015 und 2016 Maßnahmen umgesetzt hatten“, sagte Carola Christ, die Leiterin des Stadtplanungsamtes im Bauausschuss und zählte im Detail auf: Die nördliche Feuerwehrzufahrt zum Hirschgraben sei durch ein Tor versperrt, der schmale Fußweg vom Gigelberg in Richtung Schützenkeller durch zwei Tore abgesperrt worden. Die freien Felder des Pavillons habe man mit Drahtgittern geschlossen, um das Herunterwerfen von Gegenständen zu verhindern. Der etwas tiefer liegende Sitzplatz nördlich des Pavillons sei entfernt und der Holzzaun nach Westen versetzt worden.

Schilder sollen vor Strafe warnen

Die Zufahrten zu dem östlich gelegenen Freibereich habe man durch Poller abgesperrt, um das Befahren der Grünflächen zu verhindern. Schließlich würden der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei den Gigelberg täglich bestreifen. In der Konsequenz habe sich in diesen Bereichen die Lage nach Aussage einzelner Anwohner zwar entspannt, jedoch seien nun vermehrt Steine- und Flaschenwerfer beim Sitzplatz oberhalb des Schützenkellers bei der Handtmann-Linde und im Bereich der Schillerhöhe beobachtet worden.

Im Januar 2019, so Carola Christ, habe erneut eine gemeinsame Ortsbegehung von Anwohnern, Vertretern des Gemeinderates, des Ordnungsamts, des Baubetriebsamts und des Stadtplanungsamts stattgefunden. Dabei seien mögliche Maßnahmen diskutiert worden. Im Ergebnis wurden bereits die Sitzbänke bei der Handtmann-Linde entfernt und jetzt die Holzzäune entlang der Hangkante im Bereich der Schillerhöhe zurückversetzt. Dies soll jene Leute, die Gegenstände auf den Weberberg hinunterwerfen wollen, fernhalten.

Weiterhin könnte man die Hangkante zusätzlich mit Buschwerk bepflanzen. Der Nachteil sei allerdings, dass dann nicht nur der Blick des Steinewerfers auf die Stadt beeinträchtigt werde, sondern von jedem, der dort oben stehe. Man habe sich zudem entschlossen, Schilder entlang der Hangkante aufzustellen, die darauf hinweisen, dass sich, wer Steine und Flaschen den Hang hinunterwirft, strafbar macht. Und es werde eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro in Aussicht gestellt für Hinweise auf solche Personen.

Bei einem gemeinsamen Termin von Stadtplanungsamt und einem Vertreter der Schützendirektion sei außerdem diskutiert worden, ob auch im Bereich zwischen Schützenkeller und Pavillon der Holzzaun von der Hangkante zurückversetzt und der Bereich dahinter bepflanzt werden könne. Diese Maßnahme sei jedoch mit dem Lagerleben nicht vereinbar und soll deshalb nicht umgesetzt werden.

„Das macht zornig und traurig“

Hubert Hagel (CDU) bedauert, dass es so weit kommen musste. Er lobte die Absprachen von Verwaltung und Anwohnern als vorbildlich. Die Gefahr, dass Menschen verletzt würden, sei einfach zu groß. „Es wird vielleicht zu Kritik kommen in der Öffentlichkeit“, sagte Hagel, aber vielleicht entstehe dadurch eine fruchtbare Diskussion. Hagel kritisierte, dass bereits zwei Mal Kinder beim Werfen ertappt worden seien, die aber, weil sie zu jung waren, nicht zur Verantwortung gezogen werden konnten.

„Es macht mich zornig und traurig zugleich, dass es so weit kommen musste“, sagte Gabriele Kübler (SPD). Sie bezweifelt allerdings, dass die Zäune den Werfern den Reiz und die Möglichkeit nehmen: „Die klettern wahrscheinlich einfach drüber.“ Außerdem regte sie an, die Beleuchtung im Bereich der Schillerhöhe zu verbessern. Christian Kuhlmann versprach, das zu prüfen.

Auch Ulrich Heinkele (Freie Wähler) ärgert sich, dass lieb gewordene Sitzplätze auf dem Gigelberg künftig nicht mehr zugänglich sind. Aber es sei nun mal notwendig, zu reagieren. Er sprach sich für „stachlige Büsche“ im Bereich der Hangkante aus, um potenzielle Steinewerfer abzuhalten. Heinkele wollte noch wissen, was passiere, wenn der Kommunale Ordnungsdienst Leute erwische. Anna Kleine-Beek, die Leiterin des Ordnungsamtes, antwortete, man spreche Platzverweise aus. Ob der Verwiesene später wieder zurückkehre, könne man allerdings nicht ausschließen.

Silvia Sonntag sagte, sie finde die Idee mit der Belohnung „gar nicht so schlecht“. Alfred Braig (FDP) sieht die Problemlösung mit in einem „Vollzugsdefizit“ verknüpft; Kinder, die falsch handelten, müsse man ihren Eltern vorführen.