26.09.2018

Nach zwei Jahren Bauzeit steht das neue Feuerwehrhaus

Grundstück in der Vollmerstraße bietet günstige Voraussetzungen
Im April 2016 erfolgte der erste Spatentisch, nun hat die Feuerwehr Biberach ein neues Zuhause.
Das Feuerwehrhaus in Biberach; © Florian Achberger, Stadtverwaltung Biberach

Beengte Unterbringung und Sanierungsbedarf beim alten Feuerwehrgebäude in Biberach zeichneten sich bereits vor mehr als zehn Jahren ab. Das städtische Hochbauamt beauftragte ein Fachplanungsbüro mit der Untersuchung von Sanierung, Umbau und Erweiterung des bestehenden Feuerwehrgebäudes an der Ehinger Straße. 2007 wurde ein Konzept vorgelegt, das eine Erweiterung am alten Standort unter Einbeziehung des benachbarten Wohnhausgrundstücks vorsah.

Die hohen Sanierungskosten, die Beengtheit des Grundstücks und letztlich das neue Fahrzeugkonzept der Feuerwehr mit größeren Container-Fahrzeugen, für die die Stellplätze und Tore zu klein waren, sprachen gegen die Sanierung des alten Gebäudes aus dem Jahr 1965 und für einen Neubau für die Feuerwehr.

Es galt nicht nur, ein genügend großes Baugrundstück zu finden, es musste dort auch gewährleistet sein, dass Ein- und Ausrückezeiten der Feuerwehrleute im vorgegebenen Rahmen liegen. In der heutigen Vollmerstraße wurde 2010 das Grundstück eines aufgegebenen Betriebes erworben, das für die Feuerwehr günstige Voraussetzungen hatte. Die 2012 verabschiedete Rahmenplanung ordnete die Flächen in diesem Stadtgebiet neu und schaffte die Grundlage für die Bebauungsplanung für das neue Feuerwehrgebäude.

Freiwillige Feuerwehr, Kreisfeuerlöschverband, Landkreis und Stadt erarbeiteten ein Raumprogramm für den gemeinsamen Neubau für die Freiwillige Feuerwehr Biberach und den Kreisfeuerlöschverband. Ein interdisziplinärer Architekten- und Ingenieurwettbewerb wurde europaweit ausgelobt und am 10. Dezember 2013 zugunsten eines Teams unter Führung des Büros Drei Architekten, Stuttgart, entschieden. Nach intensiver Planung erfolgte am 4. April 2016 der erste Spatenstich, am 16. Juni 2018 bezog die Feuerwehr das neue Gebäude nach gut zwei Jahren Bauzeit.

Das Gebäude beherbergt die Freiwillige Feuerwehr Biberach (mit ihrem inzwischen hauptamtlichen Kommandanten) und den Kreisfeuerlöschverband. Der heute übrigens noch einzige dieser Art in Baden-Württemberg, der hier die Kreisgerätewerkstatt mit Schlauchpflege, die Atemschutzübungsstrecke und die Atemschutzwerkstatt für den ganzen Landkreis betreibt.

Neben 23 Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge, einer Alarmumkleide für 150 Feuerwehrleute, einer Einsatzzentrale, Stabs- und Führungsräumen, Schulungs- und Übungsräumen gibt es natürlich das Floriansstüble und einen Konditionsraum für die Freiwillige Feuerwehr. Die verschiedenen Abteilungen (Jugend, Senioren, Kapelle, historische Gruppe) haben teilweise ihre eigenen Räume.

Der zweigeschossige Bau mit dem markanten Schlauchturm ist mit einem je nach Witterung und Licht von grau bis goldfarben changierend schimmernden Trapezblech verkleidet. Ein- und Ausrücken erfolgt über verschiedene Straßen, um das Unfallrisiko im Ernstfall zu reduzieren.

Als Anreiz für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr und um schnelle Einsätze zu garantieren, baut die Stadt Biberach neben dem Feuerwehrhaus gerade ein Wohnhaus mit zehn Wohnungen, die von den Feuerwehrleuten günstig gemietet werden können – ein attraktives Angebot in einer Stadt mit knappem Wohnraum.

20 Millionen Euro sind Stadt (15 Millionen Euro) und Landkreis Biberach (5 Millionen Euro) das neue Feuerwehrhaus (inklusive Wohnungsbau) wert – eine Investition in die Sicherheit. Fast 6000 Quadratmeter nutzbare Fläche umfasst das Feuerwehrgebäude, mehr als 100 Parkplätze stehen für Einsätze und Schulungsteilnehmer zur Verfügung.