15.01.2020

Marlene Goeth erhält als erste Frau die Biberacher Bürgermedaille

Marlene Goeth ist als erste Frau mit der Biberacher Bürgermedaille ausgezeichnet worden. Die Liste von Marlene Goeths erhellendem Wirken zum Wohl der Stadt sei lang, sagte Oberbürgermeister Norbert Zeidler in seiner Laudatio beim Empfang im Rathaus, zu dem viele Wegbegleiter und Würdenträger der Stadt erschienen waren, unter anderem alle Träger der Bürgermedaille.
Oberbürgermeister Norbert Zeidler und Marlene Goeth bei der Überagbe der Büergermedaille der Stadt Biberach

Marlene Goeth sei über viele Jahre als Vorsitzende des Elternbeirats am Wieland-Gymnasium und als Mitglied des Gesamtelternbeirats tätig gewesen. Später habe sie sich aktiv in der Hospizbewegung und als Notfallseelsorgerin engagiert; im Bereich der Integration ausländischer Mitbürger habe sie insbesondere auch den Kontakt zu ausländischen Vereinen und auch mit dem türkischen Elternbeirat gesucht.

Sie habe sich im Bereich der Städtepartnerschaften eingebracht und sich um das Thema Stadtmarketing verdient gemacht. Ihre zentralen und auch zeitintensivsten Themen seien allerdings ihre kommunalpolitische Arbeit und ihr Einsatz für die Seniorinnen und Senioren der Stadt gewesen. 15 Jahre lang – von 2004 bis 2019 – gehörte Marlene Goeth als Mitglied der Fraktion der Freien Wähler dem Gemeinderat an; bis 2011 war sie Vorsitzende der Freien Wähler in Biberach und von 2013 bis 2017 Fraktionsvorsitzende. Seit 2009 bis zu ihrem Ausscheiden 2019 war sie ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters.

„Und als solche waren Sie bei den Bürgerinnen und Bürgern Biberachs unheimlich beliebt! Viele haben sich über Ihren Besuch zu einem Geburtstag, einem Ehejubiläum oder einer Vereinsveranstaltung wahrscheinlich mehr gefreut, als wenn der OB dagestanden wäre“, sagte Norbert Zeidler anerkennend.

Neben all dem bisher Genannten habe der besondere Eifer und Einsatz von Marlene Goeth immer der Arbeit für Seniorinnen und Senioren in dieser Stadt und hier insbesondere dem Stadtseniorenrat gegolten. Was heute aus Biberach nicht mehr wegzudenken ist, sei zu Beginn hoch umstritten gewesen, sagte der OB.

Im Jahr 2007 habe Marlene Goeth gemeinsam mit Edmund Wiest den Vorsitz einer „Arbeitsgemeinschaft Seniorinnen und Senioren“ übernommen und zielstrebig die Umbenennung in „Stadtseniorenrat“ vorbereitet. Am 29. Januar 2009 sei der Stadtseniorenrat aus der Taufe gehoben worden. „Was in den seither vergangenen zehn Jahren maßgeblich auch durch Ihr Engagement in dieser Stadt passiert ist, ist einfach nur als großartig zu bezeichnen.“

Norbert Zeidler nannte als besonderes Projekt die „Rotkreuzdosen“: Ein Werbeanbieter für Notfalldosen sei beim Seniorenbüro vorstellig geworden, Frau Goeth habe sich der Sache angenommen. Und das Ende vom Lied: Bisher seien in Kooperation mit dem DRK deutschlandweit ca. 200 000 solcher Dosen verteilt worden.

Oberbürgermeister Zeidler schloss mit den Worten: „Marlene Goeth ist eine Frau, die dafür gesorgt hat, dass viele Menschen, ältere, aber auch jüngere, gut oder besser hier in Biberach leben können. Liebe Frau Goeth, Sie sind ein Geschenk für unsere Stadt!“

Edmund Wiest dankte Marlene Goeth für ihre Arbeit im Stadtseniorenrat in Reimform: „Die Vorsorgemappe in Stadt und Kreis / ist Ihr Projekt, wie jeder weiß. / So sind die Angehörigen schnell informiert, / wenn dem Opa was passiert.“

Ulrich Heinkele, der Fraktionsvorsitzende, bemerkte, in ihren 15 Jahren als Stadträtin seiner Fraktion sei Marlene Goeth Garantin für wirtschaftliches Handeln der Verwaltung gewesen, ohne den Blick für das Notwendige, das Beste für die Bürgerschaft, aus dem Auge zu verlieren. „Wir sind stolz, dass Marlene Goeth eine der unsrigen ist“, sagte er. „Als Stadträtin war sie mit scharfem Verstand in jeder Fraktionssitzung bestens vorbereitet, in wirtschaftlichen Dingen total souverän, obwohl sie keinen kaufmännischen Beruf ausübte.“

Die Begegnungen mit Menschen, die man achten und schätzen gelernt hat, gehörten zum Wichtigsten des Lebens, so Friedrich Zügel, der für den Verein der Freien Wähler sprach. In zehn Jahren Fraktionsarbeit habe er Marlene Goeth als kluge Frau kennengelernt, die immer den Blick auf das Wesentliche gefunden habe.

Marlene Goth sagte in ihrer Dankesrede, sie habe sich von Jugend an immer dort eingebracht, wo sie gerade stand. Sie werde für etwas geehrt, das ihr keine Last sei, sondern Freude mache: „Nicht nur reden, was man alles tun müsste, sondern selbst Hand anlegen, kleine Oasen eines Miteinanders schaffen in einer leider zunehmend rücksichtsloseren, ichbezogenen Gesellschaft.“

Viele der Anwesenden hätten die Ehrung auch verdient, sagte die Geehrte: „Am liebsten würde ich die Medaille in viele kleine Stücke brechen und sie unter die vielen Ehrenamtlichen in BC verteilen“, sagte Marlene Goeth. Abschließend formulierte sie ein ihr wichtiges Anliegen: „Es muss uns gelingen, zumindest hier in der Stadt, eine Atmosphäre gegenseitiger Achtung zu erzeugen und einen fairen, freundlichen Umgang miteinander zu pflegen. Das beginnt im Alltag und endet nicht zuletzt im Gemeinderat, der in seiner jetzigen Zusammensetzung etwas unberechenbarer ist als in der Vergangenheit.“