10.03.2021

Maßnahmenpaket Stadtmarketing für die Biberacher Innenstadt

Die Stadt Biberach wird mit 25.000 Euro den Verkauf von 5.000 Sondergutscheinen bezuschussen, die eine Gesamtkaufkraft von 125.000 Euro haben. Außerdem werden an den ersten vier Samstagen nach Beendigung des Lockdowns die Busse im Stadtgebiet kostenlos fahren und das Parken in den städtischen Parkhäusern ist kostenlos. Auch das Kulturangebot „Spaß am Samstag – Kultur an drei Orten“ wird in diesem Zusammenhang fortgeführt.
Der Wochenmarkt läuft wie immer, die Geschäfte sind noch geschlossen. Wenn der Lockdown beendet ist, will die Verwaltung unter anderem mit einer Gutscheinaktion das Leben in der Innenstadt wieder ankurbeln.

Dieses umfangreiche Paket hat der Gemeinderat zur Stärkung und Belebung der Innenstadt beschlossen.

Die Lage für den Einzelhandel und die Gastronomie sei momentan nach dem langen Lockdown extrem schwierig, sagte Erster Bürgermeister Miller im Gemeinderat.

Die zunehmenden Leerstände in der Innenstadt bereiteten Sorgen, die Vielfalt des Angebots gehe unter Umständen verloren. Deshalb habe die Verwaltung mit einer „Stadtoffensive“ ein Maßnahmenpaket konzipiert, das zum Ziel habe, die Innenstadt nach der Beendigung des Lockdowns zu stärken – alles selbstverständlich unter Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Regeln.

Dieses Maßnahmenpaket soll ergänzend zu den Maßnahmen des jüngst beschlossenen neuen Stadtmarketingkonzepts umgesetzt werden. Flankiert wurde dieses Maßnahmenpaket mit Hinweisen und Anregungen von CDU und Freien Wählern.

Die Stadt möchte sich durch diese Aktion insbesondere bei ihren Biberacher Bürgern, Kunden und Besuchern für ihr Durchhalten und die Unterstützung der Biberacher Betriebe bedanken.

Und so geht es:
Die Stadt Biberach verkauft 5.000 Sondergutscheine mit einem Wert von je 20 Euro. Jeder Gutschein, der bis zum 31. Juli 2021 eingelöst wird, wird von der Stadt mit jeweils 5 Euro bezuschusst – also 20 + 5 Euro.

Ursprünglich war als Fristende der 30. Juni vorgesehen, aufgrund der Verlängerung des Lockdowns bis Ende März wurde die Frist angepasst. Der Kaufbetrag in Höhe von 20 Euro behält auch danach seine Gültigkeit und kann voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2022 eingelöst werden.

Es wäre wünschenswert, wenn durch den Sondergutschein Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen unterstützt werden, die eine Betriebsstätte oder Filiale in Biberach betreiben und aufgrund des Lockdowns schließen mussten oder Umsatzeinbußen verzeichnen.

Kunden können damit auch die Betriebe unterstützen, deren Erhalt am Ort ihnen besonders wichtig ist. Die Gutscheine sind nicht für Unternehmen gedacht, die ihren Betrieb uneingeschränkt fortführen konnten wie beispielsweise Lebensmittelmärkte oder Drogerien.

Die Wirkung und der Erfolg dieser Aktion hängen von der Akzeptanz und Teilnahmebereitschaft der betroffenen Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen ab. Ziel ist es, dass sich möglichst viele Betroffene beim Stadtmarketing melden und als Einlösungsstelle teilnehmen.

Interessierte Betriebe können sich per E-Mail beim Amt für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung unter wirtschaftsfoerderung@biberach-riss.de melden.

Der Sondergutschein soll als Papiergutschein in Umlauf gebracht werden. Er darf nicht in Betriebsstätten außerhalb des Stadtgebiets eingelöst werden. Eine Teileinlösung oder Auszahlung ist nicht vorgesehen, Geschäfte können bei einer gewünschten Teileinlösung aber einen hauseigenen Gutschein über den Restbetrag ausstellen. Der Verkauf wird auf maximal vier Gutscheine pro Person begrenzt.

„Die Attraktivität unserer Innenstadt steht und fällt mit Ihren Geschäften“, erklärte Erster Bürgermeister Ralf Miller im Gemeinderat.

Um die Besucherfrequenz nach Beendigung des Lockdowns zu steigern, solle deshalb durch kostenloses Parken an den ersten vier Samstagen in den städtischen Parkhäusern und durch ein kostenloses ÖPNV-Angebot im Stadtgebiet ein weiterer Anreiz für die Biberacher Bürger geschaffen werden. Den Einnahmenausfall werde die Stadt den Stadtwerken erstatten.

Das Kulturdezernat hatte in den Sommerferien ein neues Veranstaltungsformat unter dem Titel „Spaß am Samstag – Kultur an drei Orten“ auf die Beine gestellt. Diese erfolgreiche Reihe könne die Innenstadt nach dem Lockdown erneut bereichern und die Bürger und Besucher der Stadt Biberach mit einem Strauß kultureller Vielfalt erfreuen.

Hans Beck (CDU) sagte, er freue sich, dass Anregungen von CDU und Freien Wählern auf fruchtbaren Boden gefallen seien. Dieses Konzept sei ein gutes Signal für den Handel. Die Stadt nehme es ernst mit der Belebung der Innenstadt. Die Unterstützung von Handel und Gastronomie sei jetzt ganz wichtig.

Die Gutscheine träfen bestimmt auf rege Nachfrage Einzelhandel und Gastronomie seien schwer getroffen, sagte Peter Schmid (Grüne), Leerstände in der Stadt seien unübersehbar. Die vorgeschlagenen Gutscheine seien geeignet, Einzelhandel und Gastronomie zu helfen. Seine Fraktion könne sich auch eine Verdoppelung der Summe auf 50.000 Euro vorstellen. Ausdrücklich lobte Schmid die „Kultur am Samstag“, eine sehr gute Idee, um Künstler zu unterstützen und die Innenstadt zu beleben. Vielleicht könne man diese Aktion über den engen Zeitraum hinaus weiterführen.

„Wir müssen eine lebendige Innenstadt erhalten“, forderte auch Ulrich Heinkele (FW). „Und dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen.“ Jetzt im Lockdown müsse man Maßnahmen vorbereiten, um danach durchstarten zu können. Dann müsse man alles schnell und professionell umsetzen. Auch er plädierte genauso wie Gabriele Kübler (SPD) dafür, wenn nötig die Summe für die Gutscheine nochmals zu erhöhen. „Wenn wir damit Schließungen verhindern helfen, stimmen wir gerne zu“, sagte sie.

„Dieses Thema wird uns noch lange beschäftigen“, prophezeite Christoph Funk. Ziel müsse in jedem Fall sein, dass möglichst viele Gutscheine beim Einzelhandel ankämen.

Auf die Kritik von Manfred Wilhelm (Grüne), die Anstrengungen der Verwaltung seien zwar lobenswert, er vermisse aber eine Gesamtstrategie, wie es nach dem Lockdown in der Stadt weitergehe, antwortete Oberbürgermeister Norbert Zeidler, die Stadt habe sehr wohl eine Gesamtstrategie: eine Ermöglichungsverwaltung nämlich.

Man bemühe sich seit einem Jahr vieles zu ermöglichen („Schützenfest daheim“, Filmfestspiele, verkaufsoffener Sonntag, eine lange Einkaufsnacht, Jahrmärkte und einen Adventsmarkt, Aussetzung der Kita-Beiträge und der Sondernutzungsgebühren und mehr).

Man habe vieles unternommen, und vieles erfolgreich, obwohl man immer wieder etwas „auf die Nase bekommen habe“. „Unser Team ist das alles engagiert und mit Nachdruck angegangen“, betonte Norbert Zeidler, der in diesem Zusammenhang auch auf das geplante Angebot eines kommunalen Schnelltestzentrums verwies. Dieses ist mittlerweile bereits in Betrieb. 

Wo und ab wann es die Sondergutscheine zu kaufen gibt, wird noch bekannt gegeben.