14.04.2021

Hochschulstadt Biberach - klingt gut!

Hochschulstadt Biberach – klingt gut! Zumal dann, wenn es die Besucher bereits auf den Ortsschildern lesen können. Sofern das Innenministerium dem Gemeinderatsbeschluss noch zustimmt, ist es so weit. Dann dürfen die Ortsschilder künftig die Zusatzbezeichnung „Hochschulstadt“ tragen. Das spiegele in angemessener Weise die Bedeutung der Stadt für innovative Forschung und Lehre wider, sagte Oberbürgermeister Norbert Zeidler in der Sitzung.
»Hochschulstadt Biberach«: Demnächst soll dieser Zusatz die Biberacher Ortsschilder schmücken. Drei, die sich ganz besonders darüber freuen (von links): André Bleicher, der Rektor der Hochschule Biberach, Oberbürgermeister Norbert Zeidler und Polizeidirektor Guido Mebold. Für den Fototermin wurden die Masken abgesetzt.

Durch eine Änderung der Gemeindeordnung vom 2. Dezember 2020 wird es den Gemeinden Baden-Württembergs erleichtert, neben den Gemeinde- und Ortsteilnamen eine weitere Bezeichnung zu führen, „die auf der geschichtlichen Vergangenheit, der Eigenart oder der heutigen Bedeutung der Gemeinde oder des Ortsteils beruht“.

Dies war im Grundsatz auch bisher schon möglich, allerdings wurde davon nur sehr restriktiv Gebrauch gemacht. Für Biberach eröffnet sich durch diese Lockerung die Möglichkeit, die Zusatzbezeichnung „Hochschulstadt“ zu führen, wobei durch diese Öffnungsklausel auch andere Zusatzbezeichnungen denkbar wären, die einen bedeutenden historischen oder gegenwärtigen Aspekt Biberachs unterstreichen.

Zur Annahme einer Zusatzbezeichnung bedarf es eines Gemeinderatsbeschlusses mit qualifizierter Mehrheit von drei Vierteln der Stimmen aller Mitglieder. Außerdem muss das Innenministerium zustimmen.

Zusatzbezeichnungen wie „Hochschulstadt“ sorgen dafür, dass sich die Bürger noch stärker mit ihrer Stadt identifizieren und sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und die kommunale Selbstverwaltung. Die Stadt Biberach beherbergt mit ihren beiden Hochschulen – der Hochschule Biberach und der Hochschule für Polizei – gleich zwei große und bedeutende Einrichtungen des Landes. Diese Bedeutung Biberachs als Hochschulstandort soll auch auf den Ortstafeln dokumentiert werden.

Die Hochschule Biberach ist inzwischen nicht mehr nur ein wichtiger Standortfaktor, sie wird auch von den Bürgern als zentraler Bestandteil der Stadt angesehen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Hochschule von einer kleinen Ingenieurschule mit 25 Studierenden zu einer Hochschule mit einem breiten Studienangebot und rund 2500 Studierenden entwickelt, die in Stadt und Umland ausstrahlt – dies nicht zuletzt durch die Beteiligung an zukunftsträchtigen Kooperationsprojekten wie dem ITZ Plus.

Auch für die Hochschule für Polizei ist Biberach ein wichtiger Ausbildungsstandort. 1951 zogen die ersten Polizeianwärter ins damalige „Lager Lindele“. Seither wurde dort viel gebaut und umstrukturiert. Heute dient die ehemalige Biberacher Bereitschaftspolizeidienststelle ausschließlich den Ausbildungszwecken für angehende Polizeibeamte. Rund 800 Polizeischüler erhalten hier ihre Ausbildung zum Polizeidienst. Biberach ist seit 2014 eine Außenstelle der Polizeihochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen.

Enge Verbindung zu den Hochschulen

Es sei daher ein wichtiges Signal, der Zusatzbezeichnung „Hochschulstadt“ zuzustimmen, sagte Oberbürgermeister Norbert Zeidler. Auf dieser Weise werde einerseits die enge Verbindung zwischen Stadt und Hochschulen zum Ausdruck gebracht, andererseits spiegele sich darin auf angemessene Weise die Bedeutung Biberachs als Standort für innovative Forschung und Lehre.

Alle Fraktionen stimmten gerne zu und sahen den positiven Effekt sowohl für die Stadt als auch für die beiden Einrichtungen.

Es sei eine gute Möglichkeit der Werbung für Biberach, sagte Lucia Authaler (CDU). So würden die Einrichtungen stärker wahrgenommen, meinte Manfred Wilhelm (Grüne). Es könnte auch Anregung sein, sich künftig noch intensiver auszutauschen mit den Hochschulen, vor allem, was Mobilität, Energie, Sicherheitsfragen oder Prävention betrifft. Für Claudia Reisch (FW) sollte das auch Ansporn sein, für die 3300 Studierenden mehr Freizeitangebote, Clubs oder Ähnliches zu schaffen: „Wir müssen was tun für die jungen Menschen.“ Das sah auch Philipp Edrich (SPD) so.