30.04.2019

Gemeinderat beschließt Rahmenplanung für einen neuen Zentralen Busbahnhof

Biberachs Busbahnhof ist viel zu klein – seit Jahren schon. Jetzt hat der Gemeinderat der weiteren Planung eines neuen Zentralen Busbahnhofes (ZOB) für Biberach zugestimmt, der eine Zweiteilung vorsieht: Während der Stadtlinienverkehr am Standort des bisherigen ZOB bleiben soll, würden die Regionalbusse künftig nördlich des Bahnhofsgebäudes, entlang der Vollmerstraße, an- und abfahren. Eine Information der Öffentlichkeit über den aktuellen Projektstand ist in der Veranstaltungsreihe „Biberach WeiterBauen“ am 3. Mai vorgesehen.
Während der Stadtlinienverkehr am Standort des bisherigen ZOB bleiben soll, würden die Regionalbusse nach der neuen Planung künftig nördlich des Bahnhofgebäudes, entlang der Vollmerstraße, an- und abfahren.

Das Bahnhofsumfeld einschließlich des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) ist, was Gestaltung und Funktion betrifft, in keinem guten Zustand. Daher soll es auf der West- und Ostseite neu geordnet und städtebaulich aufgewertet werden. Ziel sei es, eine zeitgemäße „Verkehrsdrehscheibe“ zu entwickeln, die sämtliche Verkehrsarten berücksichtigt, sagte Baubürgermeister Christian Kuhlmann im Gemeinderat. Ein Schwerpunkt innerhalb des Gesamtprojektes sei die Erweiterung und Neuorganisation des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB).

2018 habe man beschlossen, die Rahmenplanung für einen Busbahnhof weiterzuentwickeln, und zwar auf der Grundlage von zwei Varianten. Erstens die Erweiterung des ZOB am heutigen Standort; zweitens die zweigeteilte Erweiterung am heutigen Platz und nördlich des Bahnhofs. Die Varianten habe man verwaltungsintern, mit dem Nahverkehrsamt des Landkreises, den betroffenen Busunternehmern und mit der Deutschen Bahn abgestimmt. Dabei sei schnell deutlich geworden, dass die zweite Variante (räumliche Teilung des Busbahnhofs) die machbare und die bessere sei.

Diese weise zwei oder drei Bussteige, teilweise in Sägezahnoptik, zum unabhängigen An- und Abfahren auf. Die Umsteigezeit im Stadtlinienverkehr sei zwar etwas länger, aber durch den Verkehr in eine Richtung verringere sich die zu überquerende Fahrbahnbreite, sodass Umsteiger leichter queren könnten.

Der Regional-ZOB für die Regionalbuslinien liege nördlich des Bahnhofsgebäudes. Mit dieser Variante könnten für die Regionalbusse immer ausreichend Haltestellen bereitgestellt werden. Die Bahn habe zugesagt, dass sie einen Verkauf der benötigten Flächen prüfe. Sollte das Eisenbahnbundesamt zustimmen, seien die weiteren Bedingungen auszuhandeln.

Ein besonders wichtiger Faktor der DB-Tochter „Station und Service“ sei die Erhaltung der Kiosknutzung und der Park-and-Ride-Parkplätze. Da das Bahnhofsgebäude nicht unter Denkmalschutz steht, werde von der DB „Station & Service“ geprüft, ob der Kiosk in das Bahnhofsgebäude integriert werden könne. Zu Kosten und Finanzierung könnten in diesem frühen Planungsstadium noch keine Aussagen gemacht werden, sagte Kuhlmann. Zuvor müssten die Verhandlungen mit der DB erfolgreich zu Ende geführt werden.

Friedrich Kolesch (CDU) zeigte sich erfreut über die Vorlage; es handle sich hier um eines der wichtigsten Projekte im Bereich Verkehr in Biberach. Die Lösung mit der Zweiteilung sei großzügig und optimal für die reibungslose Abwicklung des Busverkehrs. Für die weitere Planung nannte er die Stichpunkte: Überdachungen der Bahnsteige, eine Lösung für den Kiosk, einen ausreichenden Platz für Hol- und Bringverkehr, ein Park-and-Ride-Parkhaus und genügend kostenlose Fahrradstellplätze.

Große Herausforderung für die Planer

Heiko Rahm (SPD) sprach von einer gewaltigen Herausforderung für die Planer. Busse, Taxis, Fahrräder, Kurzzeitparker: all das müsse genügend berücksichtigt werden. Er machte sich dafür stark, auch Anregungen aus der Bürgerschaft zu berücksichtigen. Ulrich Heinkele (Freie Wähler) sagte, ein Vorteil der Zweiteilung des ZOB sei, dass die Eisenbahnstraße zweispurig erhalten bleibe. Er könnte sich am Ort auch abschließbare Fahrradboxen für Pendler vorstellen. Bei den Planungen sollte man auch überlegen, ob der Zugang von Osten (also von der Freiburger Straße her) künftig barrierefrei möglich wäre. Was Heinkele etwas Sorgen macht, sind die Grunderwerbsverhandlungen mit der Bahn.

Josef Weber (Grüne) ist noch unzufrieden mit den bisherigen Überlegungen zur Führung des Fahrradwegs beim Bahnhof; für ihn könnte auch eine Spur der Eisenbahnstraße für Radfahrer reserviert bleiben. Wichtig ist ihm auch, dass eine gute Lösung für den Kiosk gefunden wird, und dass, wenn möglich, die Blutbuche beim Kiosk stehen bleibt. Grundsätzlich aber gefällt den Grünen die Vorplanung.

Die FDP ist zum momentanen Zeitpunkt gegen die weitere Vorgehensweise. Christoph Funk will, dass zuerst die Grundstücksverhandlungen mit der Bahn erfolgreich abgeschlossen werden, außerdem gebe die Planung dem Busverkehr insgesamt zu viel Platz und zu wenig dem Park-and- Ride- und dem Hol- und Bringverkehr. Funk schlug vor, dass sich der Gemeinderat bei Infofahrten einige gelungene Busbahnhöfe anschaut.

Für Ralph Heidenreich ist das größte noch zu lösende Problem der Fahrradverkehr am ZOB. Er könnte sich vorstellen, den Radweg weg vom Bahnhof entlang des Bismarckrings zu führen.

Dass das Thema Radweg kein einfaches ist, sieht auch Christian Kuhlmann. „Das zu lösen, wird spannend“, sagte er. Was die Bahn und den Grunderwerb betrifft, sagte Kuhlmann: „Die Bahn ist kooperativ, solange die finanziellen Lasten auf die Kommune verlagert werden.“ Jetzt geht es darum, das städtebaulichen Konzept für das Areal westlich und östlich der Bahn einschließlich der Freiburger Straße differenziert zu planen.