17.10.2018

Einbahnstraße vom Marktplatz zum Holzmarkt

Um die Verkehrssicherheit zu verbessern, wird vom Marktplatz bis zum Holzmarkt ein Einbahnstraßenverkehr eingerichtet, und zwar provisorisch für ein Jahr. Das hat der Bauausschuss so entschieden und dem Gemeinderat empfohlen.

Wie konstruktiv und gegenseitig befruchtend Diskussionen auf kommunaler Ebene sein können, hat die Bauausschusssitzung am Montagabend eindrücklich vor Augen geführt. Die CDU-Fraktion hatte im Rahmen der Beratungen zum Haushalt 2018 den Antrag gestellt, den Verkehr vom Marktplatz in westlicher Richtung als Einbahnstraße zu leiten und gleichzeitig die Fahrtrichtung in der Schrannenstraße umzukehren. Durch den Wegfall des Begegnungsverkehrs auf dem Marktplatz und am Westende des Platzes bis auf den Holzmarkt werde der Marktplatz beruhigt und sicherer für alle Verkehrsteilnehmer.

Die Verwaltung hatte in der Sitzung drei mögliche Lösungsansätze vorgeschlagen und zur Diskussion gestellt.

Variante 1: Sperrung des westlichen Marktplatzes als unechte Einbahnstraße (Radfahrer dürfen weiterhin in beide Richtungen fahren) und Änderung der Fahrtrichtung in der Schrannenstraße (Vorschlag der CDU-Fraktion).

Variante 2: Sperrung des westlichen Marktplatzes als unechte Einbahnstraße ohne Änderung der Fahrtrichtung in der Schrannenstraße.

Variante 3: Beibehaltung der heutigen Verkehrsführung.

Die Verwaltung selbst bevorzugte Variante 2: eine Einbahnstraße für den Kfz-Verkehr (nicht für Radfahrer) einzurichten, und zwar probeweise für ein halbes Jahr, die Fahrgeschwindigkeiten auf Tempo 20 auf dem Marktplatz und dem Holzmarkt inklusive der Zufahrt in die Consulentengasse zu reduzieren und die Fahrtrichtung in der Schranne so zu belassen wie bisher. Verkehrszählungen, Geschwindigkeitsmessungen und eine Unfallanalyse sollten die Änderungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen.

Richtung drehen in der Schrannenstraße

Hubert Hagel (CDU) bekräftigte nochmals, dass seine Fraktion die Drehung der Fahrtrichtung in der Schrannenstraße als Teil der Gesamtlösung ansehe; damit bleibe der Marktplatz durchaus für jedermann gut erreichbar. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit von 30 auf 20 km/h ist für die CDU hingegen nicht nötig. Außerdem sah es Hagel als wichtig an, die Sperrung der Zufahrt von Westen bereits auf Höhe der Bäckerei Staib anzulegen, und zwar mit einem „Blumenkübel“, der „schön“ sein soll und bei Anlässen wie dem Schützenfest zu jeder Zeit leicht entfernt werden könne. Laufen solle der Versuch ein Jahr, ein halbes ist der CDU zu kurz gegriffen.

Den Antrag der CDU fanden alle Fraktionen im Grundsatz richtig und wichtig und auch die Verlängerung der Laufzeit des Versuchs von einem halben auf ein Jahr bevorzugten alle Fraktionen in der Diskussion. SPD Stadtrat Lutz Keil sprach von einem richtigen Schritt für die Sicherheit der Bürger auf dem Marktplatz, wandte sich aber gegen die Drehung der Schrannenstraße; Keil hofft, dass dafür als Nebeneffekt die städtischen Parkhäuser öfter genutzt werden.

Auch Silvia Sonntag (Grüne) und Christoph Funk (FDP) sprachen sich gegen eine Drehung der Schrannenstraße aus. Die Freien Wählern waren bei der Frage „Drehung ja oder nein“ gespaltener Meinung, dafür brachte Ulrich Heinkele (FW) eine erweiterte Variante ins Spiel. Im Zuge des Einbahnverkehrs solle man an der Ecke Karpfengasse/ Holzmarkt den Verkehr künftig nur noch nach links in die Schulstraße erlauben. Damit würde man die unübersichtliche Engstelle hin zum Holzmarkt, an der sich ja auch noch eine Bushaltestelle befinde, beseitigen. Diesem Vorschlag schlossen sich bei der Abstimmung alle an.

Weil die von Westen auf den Marktplatz einfahrenden Radfahrer von den auf der Südseite des Platzes ausparkenden Autofahrern leicht übersehen werden könnten, schlug Flavia Gutermann (Freie Wähler) schließlich vor, diese rechtwinklig zur Straße angeordneten Parkplätze etwas zu drehen.

Die Entscheidung im Bauausschuss: Vom Marktplatz bis zum Holzmarkt wird für ein Jahr eine Einbahnstraße eingerichtet, gleichzeitig wird die Richtung der Schrannenstraße gedreht und an der Ecke Karpfengasse/Holzmarkt das Rechtsabbiegen untersagt. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Während einer einjährigen Testphase soll es nicht mehr erlaubt sein, von Westen her auf den Marktplatz zu fahren. Dadurch versprechen sich alle Fraktionen mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer.