28.09.2017

Brunnen im Spitalhof soll abgebaut werden

Bauausschuss empfiehlt mehrheitlich einen weitreichenden Beschluss

Eigentlich hatte die CDU im Gemeinderat nur den Brunnen am Schadenhof im Blick, wie der Fraktionsvorsitzende Johannes Walter im Bauausschuss erläuterte, aber das Thema habe sich dann entwickelt. Und es führte zu einem Antrag in acht Punkten, den die Verwaltung quasi halbierte und zusammenfassend vier Punkte zur Abstimmung stellte. Die Diskussion war dann nicht so emotional, wie das Thema in der Biberacher Öffentlichkeit behandelt wird, aber doch intensiv und engagiert. „Es schlägt Wellen“, blieb Baubürgermeister Christian Kuhlmann durchaus im Bild und bemüht, sie zu glätten.

Johannes Walter begründete den CDU-Antrag, nannte eine Vielzahl an Reaktionen, die durch die Initiative hervorgerufen wurden, mehr als zu einem anderen Thema bisher. Und so sei es auch kein Luxusproblem, wie unterstellt werde, sondern ein Anliegen, das die Bürger beschäftigt. Der Brunnen am Saumarkt sollte eine Sockel bekommen, der Schadenhof einen Brunnen, der das Element Wasser deutlich zur Geltung bringt, der Brunnen des Spitalhofs sollte auf den Viehmarktplatz versetzt werden, der Spitalhof einen anderen, passenden Brunnen bekommen samt einer Gestaltung mit Aufenthaltsqualität. Einen Brunnenplan soll es geben und Vorschläge aus der Bürgerschaft in einem Beteiligungsverfahren gehört werden.

Herausgekommen bei der Abstimmung im Bauausschuss ist, dass der Brunnen auf dem Saumarkt unverändert bleibt, es sei denn, bei Anwohnern in der Nachbarschaft sähe man Bedarf. Der Brunnen im Bereich Schadenhof/Bürgerturmstraße wird mittelfristig durch einen neuen Brunnen ersetzt und die Freiraumgestaltung wird in Kooperation mit dem Lokalen Bündnis Familie realisiert. Für ein Wasserfontänenfeld wie von der CDU gewünscht, gab es keine Mehrheit.

Mit acht Ja-Stimmen gegenüber sechs Nein und einer Enthaltung endete die Abstimmung darüber, ob der Brunnen im Spitalhof abgebaut und vorläufig eingelagert werden soll. Einem Pflasterbelag im Spitalhof wurde hingegen eine Absage erteilt. Am Spitalhof schieden sich ohnehin die Geister, zumal die von Baubürgermeister Christian Kuhlmann genannten Kosten von 225 000 Euro im Raum standen, aber auch angezweifelt wurden. Für Walter ist der künstlerisch gestaltete Brunnen der „Aufreger seit Jahren“, mit einer Versetzung könne man auch den Weg frei machen, den Eingang zum Museum zu attraktivieren.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den Brunnen im Spitalhof am jetzigen Standort zu lassen und die Aufenthaltsqualität durch zusätzliche Sitzgelegenheiten zu erhöhen. Gabriele Kübler (SPD) wollte sich an der Diskussion um den Brunnen im Spitalhof nicht beteiligen, wohingegen ihn Fraktionskollege Lutz Keil als gelungen bezeichnete und damit ein Zeichen für die Kunst setzte. „Das ist Geschmackssache“, sagte Ulrich Heinkele (FW), er persönlich lehne den Brunnen vom ersten Tag an ab und lag damit auf einer Linie mit Alfred Braig (FDP), der den Brunnen im Spitalhof indiskutabel und als ersatzlos zu streichen bezeichnet. Die Technik könne man ja im Boden belassen.

Für die Grünen hat „Wasser in der Stadt“ höhere Priorität als alles andere. Und das war Punkt vier der zur Abstimmung stehenden Dinge. Nämlich den Entwicklungsplan aus dem Jahr 2009 fortzuschreiben. Josef Weber sieht die Brunnen nicht als den wesentlichen Teil, sondern die Bäche in der Stadt, denen mehr Aufmerksamkeit gehöre. Punkt vier wurde im Übrigen einstimmig gebilligt.

Das Thema mag emotional sein, ziemlich sachlich hat Baubürgermeister Kuhlmann dem Gremium erklärt, dass es mit der Umsetzung der Beschlüsse dauern kann. Die personelle Besetzung lasse eine Erledigung vor 2019 gar nicht zu und ein Büro wolle man damit nicht beauftragen. Stadtplanungsamtsleiterin Carola Christ hatte noch Grundsätzliches parat: dass nämlich alles an allen Plätzen möglich sein soll, ginge nicht, „diese Hoffnung muss ich dämpfen“. Die Themen werden noch in der nächsten Gemeinderatssitzung am 5. Oktober aufgerufen.