14.02.2019

Bürgerschaftliches Engagement erwünscht

Im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“ des Ministeriums für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg soll das Integrationskonzept der Stadt Biberach fortgeschrieben werden. Dafür ist am Wochenende 15. und 16. März eine Großgruppenveranstaltung mit Beteiligung von Biberacher Bürgerinnen und Bürgern geplant.

Die Stadt Biberach hat als eine der ersten Kommunen im Umkreis bereits im Jahr 2009 ein Integrationskonzept entwickelt. Integration wird in Biberach als gesellschaftliche Querschnittsaufgabe gesehen. Viele Bürger, Institutionen und Organisationen konnten dafür gewonnen werden, sich an der Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu beteiligen. Daraus sind zahlreiche Projekte entstanden.

In den vergangenen Jahren haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und somit auch die Situation in Biberach stark verändert. Der Zustrom von Geflüchteten ist im Vergleich zu den Vorjahren zwar deutlich zurückgegangen, gleichzeitig ist ein Anstieg der Zuwanderer und Arbeitsmigranten aus EU-Ländern festzustellen. Mit Bezug auf die veränderten Gegebenheiten, soll das Integrationskonzept nun fortgeschrieben werden. Die vorhandenen Strukturen sollen dabei angepasst, weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden. Wichtiger Bestandteil des Prozesses ist die Einbeziehung der Biberacher Stadtgesellschaft.

Am Wochenende 15. und 16. März findet unter dem Titel „Biberach – Heimat.für.alle.“ im Stadtteilhaus Gaisental eine Großgruppenveranstaltung statt. Dazu werden 2400 Bürger aus Biberach und den Teilorten, welche durch eine Zufallsauswahl ermittelt wurden, eingeladen. Diese bilden einen repräsentativen Querschnitt der Biberacher Stadtgesellschaft ab. Um an der Veranstaltung teilzunehmen, müssen sich die angeschriebenen Personen anmelden. Hierfür liegt dem Anschreiben eine Rückmeldekarte bei. Über einen QR-Code auf dem Anschreiben ist auch eine digitale Anmeldung möglich.

Die Teilnehmer werden sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit dem Thema Integration beschäftigen und ihre Erfahrungen und Expertise einbringen, um gemeinsam Ideen, Ziele und Maßnahmen zu diskutieren, wie die aktuellen und künftigen Herausforderungen des Zusammenlebens aller und der Integration zugezogener Menschen im Besonderen in Biberach gelingen kann. Die Veranstaltung wird von einem aus zwei Personen bestehenden Coaching-Team der Führungsakademie Baden-Württemberg moderiert.
Die inhaltliche Vorbereitung der Großgruppenveranstaltung wird von einer sogenannten Spurgruppe übernommen, die sich aus Haupt- und Ehrenamtlichen mit und ohne Migrationshintergrund zusammensetzt. Für die Auswahl der Teilnehmer wurden Multiplikatoren aus unterschiedlichen Bereichen angeschrieben, mit der Bitte, Einzelpersonen anzusprechen oder vorzuschlagen. Die insgesamt 14 Mitglieder der Spurgruppe vertreten die Bereiche Integration, Jugend, Eltern, Senioren, Sport, Schule, AG Soziales, Wirtschaft und Ökumenische Flüchtlingsarbeit.

Der gesamte Prozess wird vom Coaching-Team der Führungsakademie Baden-Württemberg bis Herbst 2019 begleitet. Er umfasst verwaltungsinterne, ämterübergreifende Sitzungen, die Planung und Durchführung der Großgruppenveranstaltung, die Treffen der Spurgruppe sowie die Nachbereitung der Großgruppenveranstaltung.

Förderprogramm

Im Februar 2018 erfolgte eine Ausschreibung des Landes Baden-Württemberg für das Programm „Integration durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft“. In dessen Rahmen werden insgesamt 23 Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg bei der Entwicklung bzw. Fortschreibung eines Integrationskonzepts unterstützt.

Das Programm wird vom Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg gefördert und durch die Führungsakademie Baden-Württemberg begleitet. Die Stadt Biberach hat sich erfolgreich beworben und den Zuschlag für die Fördermittel erhalten. Durch die Prozessbegleitung soll es gelingen, gemeinsam mit Biberacher Bürgerinnen und Bürgern Ideen für ein auch künftig gutes Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zu entwickeln und umzusetzen. Dabei sollen dauerhafte Dialog- und Arbeitsstrukturen gestärkt, ausgebaut und wo nötig neu etabliert werden.