02.11.2017

»Blitzer« in der Stadt werden modernisiert

In Biberach werden die stationären Geschwindigkeitsmessanlagen modernisiert. Sechs neue Säulen ersetzen die alten Anlagen, dazu gibt es zwei neue Kameras, also Laserscanner- Geschwindigkeitsmessgeräte. Der Hauptausschuss hat für die Beschaffung und damit die Umrüstung der im Volksmund als „Blitzer“ bekannten Anlagen sein Einvernehmen erteilt
Die neuen Blitzer erfassen bei der Geschwindigkeitsüberwachung mehrere Fahrzeuge und Fahrstreifen gleichzeitig.

„TraffiStar S350“ heißen die neuen Messgeräte, die sich bei den meisten Verkehrsteilnehmenden, zumal den dann Betroffenen, sicherlich keiner großen Beliebtheit erfreuen werden. Sie erfassen nämlich bei der Geschwindigkeitsüberwachung mehrere Fahrzeuge und Fahrstreifen gleichzeitig. Dank neuester Laser-Technologie ordnen sie Messergebnisse dem jeweiligen Fahrzeug zu.

Die TraffiStar S350 arbeitet, so der Hersteller, völlig eigenständig. Ordnungsamtsleiterin Brigitte Länge legte noch etwas drauf: möglich ist eine Messung in beide Richtungen. Ob eine Anlage scharf ist, wird außerdem nicht mehr zu erkennen sein. Die sogenannte Non-Invasive Laser-Messtechnik macht einen Eingriff in die Fahrbahnbeläge nicht mehr notwendig. Aufwendige und kostspielige Installations- und Wartungsarbeiten entfallen künftig.

Die Geräte können auch für unterschiedliche Geschwindigkeiten programmiert werden, was zum Beispiel bei der Anlage in Ringschnait erforderlich ist, wo tagsüber Tempo 50 und zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30 gilt. Ob es zur Beruhigung beiträgt, sei dahingestellt, aber eine Säule kann entweder mit zwei Kameras bestückt werden oder zwei Säulen mit je einer. Dass die in der Saulgauer Straße, Riedlinger Straße, Gaisental-Straße, Birkenharder Straße, Königsbergallee und in der Hauptstraße in Ringschnait installierten Säulen allesamt in Betrieb sind, ist mit dem derzeitigen und auch künftigen Ausrüstungsstand nicht möglich.

Etwas über 214 000 Euro kosten die sechs Säulen inklusive Aufstellung, Montage, Schulung und Servicearbeiten. Den Auftrag für die Lieferung bekommt die Firma Jenoptik in Monheim am Rhein. Sie liefert auch die Messgeräte sowie die entsprechend notwendigen Tablet PCs zum Preis von 106 000 Euro. Knapp 13 000 Euro kommen für Nebenleistungen noch dazu. Im Hauptausschuss war die Maßnahme unumstritten, zumal die Mittel im aktuellen Haushaltsplan eingestellt sind.

Rainer Etzinger (CDU) geht davon aus, dass die „mehr oder weniger beliebten Messanlagen ihre Berechtigung haben“, dass aber auch nicht jeder damit glücklich sein wird. Man hätte noch mehr Geräten zugestimmt, ließ Monika Holl (SPD) wissen, Reinhold Hummler (FW) bat um eine schnelle Information für die Öffentlichkeit, Dr. Peter Schmid (Grüne) denkt beim Einsatz an „Verkehrssicherheit und Lärmschutz“ und Christoph Funk (FDP), der mit einem Antrag auf Vertagung dieses Punktes gescheitert war, fragte nach einer Erweiterung, „um SPD und Grüne zu befriedigen“.