22.11.2018

40 Jahre Seniorenbegegnungsstätte Ochsenhauser Hof

Seit 40 Jahren gibt es die Senioren-Begegnungsstätte im Ochsenhauser Hof nun schon – mithin also ein Grund zum Feiern. Zumal die Einrichtung als Erfolgsgeschichte zu sehen ist, was beim Festakt mit rund 60 geladenen Gästen deutlich wurde. Ein Trompetentrio der Bruno-Frey-Musikschule hat die feierliche Veranstaltung musikalisch begleitet.

Hospitalverwalter Roland Wersch nannte es eine „kluge und richtige Entscheidung von Stadt und Hospital“, das Gebäude „Ochsenhauser Hof“ als Seniorenbegegnungsstätte zu nutzen. Der Ochsenhauser Hof greife viele Grundbedürfnisse älterer Menschen auf. Gleichaltrige treffen, soziale Kontakte pflegen, Hobbys ausleben oder sich über Vorträge und Kurse weiterbilden, vieles ist möglich.

Außerdem warb der Hospitalverwalter für die Bewegungsangebote, beispielsweise im Tanzbereich, wobei er speziell den Männern Mut zum Mitmachen wünschte. Lob gab es auch für die Organisation im Haus, die auf ehrenamtlichen Füßen steht. Wersch: „Sie haben in den 40 Jahren das Haus zu Ihrem gemacht.“

Oberbürgermeister Norbert Zeidler sagte diesen Ehrenamtlichen Dank für das nicht selbstverständliche Engagement. „Der Ochsenhauser Hof ist ein Schatz in unserer Stadt“, ordnete Zeidler die Bedeutung der Begegnungsstätte hoch ein. Gleichermaßen habe sich die Gesellschaft und das Bild des älteren Menschen weiterentwickelt. Alter bedeute heute mehr denn je, sich aktiv einzubringen. In so einem Gebäude könnten sich alle ehrenamtlich Engagierten nur wohlfühlen, äußerte sich die Vorsitzende des Kuratoriums, Anne Ottenbacher-Hopf, ebenfalls sehr zufrieden. Sie strahle aber auch, „weil wir seit Kurzem eine neue Küche und eine frische Außenfassade bekommen haben“.

Als Festredner fungierte aber einer, der den Ochsenhauser Hof bereits in jungen Jahren kennengelernt hat. Gunther Dahinten ließ in seinem launigen Blick auf die Geschichte des Ochsenhauser Hofs auch seine Zeit als einstiger Schüler einfließen. Denn bevor in das Gebäude eine Seniorenbegegnungsstätte einzog, waren hier Gymnasium und Realschule untergebracht.

Gebaut wurde das Haus rund um das Jahr 1340 vom Benediktinerkloster Ochsenhausen als Pfleghof, um Klosterprodukte in Biberach verkaufen zu können. Gunther Dahinten ging aber nicht nur auf die Geschichte des Gebäudes ein, sondern auch auf dessen architektonische Bedeutung. „Ich weiß nicht, ob es viele Städte gibt, in denen der Seniorentreff eine ähnlich repräsentative und stadthistorisch bedeutsame Adresse hat wie in Biberach“, meinte er. Dahinten stellte zugleich fest, dass der Ochsenhauser Hof immer eine Schule geblieben ist. Denn auch heute noch könne hier das soziale und menschliche Miteinander praktiziert und gelernt werden. Anders habe er es als Schüler erfahren: „Da ging es ums nackte Überleben.“

Jahresvortrag des Hospitalverwalters

Im großen Saal im Ochsenhauser Hof beginnt am Freitag, 23. November, um 15 Uhr der Jahresvortrag von Hospitalverwalter Roland Wersch. Seit 2003 ist Wersch Erster Bürgermeister der Stadt und Hospitalverwalter. Am 31. Januar 2019 enden beide Amtszeiten.

Was hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren verändert? Welche Themen und Herausforderungen kommen künftig auf die Stadt und den Hospital zu? Bei seinem letzten Vortrag als Hospitalverwalter wird Roland Wersch auf diese Fragen eingehen. Die baulichen Veränderungen des Hospitals werden genauso Thema sein wie künftige Planungen auf dem Hospitalquartier. Aber auch auf die Schaffung von Wohnungen durch die städtische Wohnungswirtschaft geht Wersch in seinem Vortrag ein. Außerdem wird er ein Resümee über seine Amtszeit ziehen und Fragen beantworten.

Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Festredner Gunther Dahinten, Anne Ottenbacher-Hopf, die Vorsitzende des Kuratoriums, und Hospitalverwalter Roland Wersch.